Archive for the ‘Umwelt’ Category

Indien – Wassermangel

Mai 13, 2009

Indien deckt die Hälfte seines Wasserbedarfs aus Grundwasser. (S.178) Doch nur die Hälfte des Verbrauchs wird natürlich ersetzt. (S.176) Deshalb sinkt der Grundwasserspiegel laufend ab. Viele Pumpen reichen schon über 100 m hinunter. Es gibt waterlords, die über solche Brunnen den Bauern der Umgebung das Grundwasser entziehen, um es ihnen dann teuer zu verkaufen. Gedeckt wird das durch ein Kolonialgesetz von 1882, die Indian Easement Acts. (S.175)

Im Grundwasser tauchen Industrieverschmutzungen auf. Während sie bei Oberflächenwasser in kurzer Zeit, höchstens nach einigen Wochen wieder beseitigt sind, wenn die Quelle ausgeschaltet ist, dauert es beim Grundwasser Jahrtausende. (S.177)

Da die Zuständigkeit für die Wasserversorgung bei den Bundesländern liegt, kann der Bund keine einheitlichen Regelungen durchsetzen. (S.178f.)

Dietmar Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Großmacht, München 2008

Advertisements

Naturleistung

April 25, 2009

Naturleistung bezeichnet die Leistungen der Natur, die für den Menschen nützlich sind, besonders insofern sie als ökonomische Güter gemessen werden können.

If the flow of services from industrial systems is to be sustained or increased in the future for a growing population, the vital flow from services of living systems will have be to sustained or increased as well.

(Amory B. Lovins, L. Hunter Lovins u. Paul Hawken: A Road Map for Natural Capitalism (Pdf-Datei), in: Harvard Business Review May-June 199, S.155)
Dazu rechnen u.a. Herstellung („nature does the production“ (A Road Map for Natural Capitalism, ebenfalls S.155))
Dazu rechnen u.a. Herstellung von Rohstoffen, Wasserfilterung, Verhinderung von Erosion, Bestäubung, Schädlingsbekämpfung, Produktion von Genmaterial und -veränderung u.a. durch biologische Korridore.
Robert Costanza und andere Vertreter der Naturkapitaltheorie unternahmen in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ausführliche Untersuchungen der Naturleistungen vor und berechneten als ökonomischen Wert von siebzehn dieser Leistungen etwa 33 Billionen US-Dollar pro Jahr und damit mehr als die 25 Billionen US-Dollar, die die menschliche Ökonomie im Jahr erbringt. Dabei wurde als Wert der Leistungen gerechnet, was an Kosten anfallen würde, wenn die natürlichen Leistungen allein über artifizielle Methoden erbracht werden müssten.


Literatur:

Costanza, Robert u.a.: The value of the world’s ecosystem services and natural capital. Nature 387, S.253-260 (1997)